Und noch mehr Plakate (I)

»Mach, was Du willst!«, hieß es im Briefing. Aber das war nur die halbe Wahrheit. Aufgabe war es, zwei Plakate zu einem Thema zu entwickeln. Im ersten Fall gab es klare Vorgaben: zwei Farben, keine Illustrationen oder Fotos. Auswahl aus einer überschaubaren Menge an bewährten Satzschriften. Beschränkung auf eine Schriftfamilie. – Im zweiten Fall gab es all diese Vorgaben nicht. Unkommentiert will ich einige der besten Arbeiten aus meinem Typografie-Seminar des 3. Semesters der Kunstschule Wandsbek hier zeigen.

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Tim Stoll

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Jörn von Hofe

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Nils Gaudlitz

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Lena Matthies

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Dorothee Schmidt

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Helene Dick

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Sandra Meyer

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Elisa Ohlrich, Jekaterina Heimbichner

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Marsha Brünjes

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Anna Moritzen, Miriam Hoffmann

plakate

Anna-Lena Rohbeck, Evangelos Triantis

PS: Um Mißverständnissen vorzubeugen – es handelt sich bei den Plakaten jeweils um ein fiktives Projekt. Es gab und gibt – nach meiner Kenntnis – keinen Jazz-Club mit dem Namen Trane in Winterhude. Das Typo-Symposium, der Guido-Westerwelle-Ähnlichkeitswettbewerb, die Königspudelmesse, das Doors-Tribute-Festival und auch die Modenschau haben – »mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit« – nie stattgefunden.

Größere Abbildungen der Plakate gibt es auch in der Online-Galerie der Kunstschule Wandsbek zu sehen.

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8 Antworten to “Und noch mehr Plakate (I)”

  1. MZS Says:

    Schön! Zu dem Unterricht kann man nur gratulieren. Ein Wermutstropfen sind die durch unterschiedliche Spationierung auf Block gezwungenen Versalzeilen.

  2. butschinsky Says:

    @ MZS: Danke für die Blumen😉

    Meine Studenten wissen natürlich sehr genau, dass ihnen für den »erzwungenen Blocksatz« – ebenso wie für die überflüssigen Wortzwischenräume oder für die fehlenden Unterschneidungen in einer Datums-Zeile – Punkte abgezogen werden. Über die zu kurz geratenen »Bis-Striche« oder die unkonventionelle Schreibweise einer Uhrzeit will ich an dieser Stelle diskret schweigen. 100% wollen schließlich erarbeitet werden, Geschenke werden nicht gemacht. Ich habe immerhin einen Ruf als »harter Hund« zu verteidigen. Am Ende des Projektes bin ich dennoch mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

  3. MZS Says:

    „Zehn — siebzehn Uhr“ hat allerdings Charme und ist ja auch bestens lesbar. Gut finde ich auch, daß die Arbeiten so konventionell sind. Das muß man ja erst mal können.

    Auffallend ist, wie wenig illustriert wird. Mir sagte neulich jemand, junge Designer könnten heute nicht zeichnen, weil es die Hochschullehrer nicht könnten. Ist das wirklich so? Früher gehörte das elementar zur Gebrauchsgrafik. Architektur, Anatomie, Karikatur usw. hatte ein Gebrauchsgrafiker drauf, in Bleistift und Tusche, und dazu natürlich Schriftzeichnen. Das war das Sichtbare, was die Gebrauchsgrafiker uns Schriftsetzern voraus hatten, und was man auch bewundert hat.

  4. butschinsky Says:

    »Gut finde ich auch, daß die Arbeiten so konventionell sind. Das muß man ja erst mal können.« (MZS)

    Das sehe ich auch so. Wer nicht gelernt hat, mit einer Schrift so umzugehen, wie es die lesetypografischen Gesetzmäßigkeiten erfordern, der soll von zum Beispiel dekonstruktivistischen Typo-Spielereien lieber die Finger lassen.

    Die Studenten sollten ja bei diesem Projekt vor allem ihr handwerkliches Können demonstrieren, ohne dabei jedoch ihre kreativen Ansprüche aufgeben zu müssen. Das Schwierigste für die Studierenden ist aber – nach meiner Einschätzung – immer die Ideenfindung.

    »Auffallend ist, wie wenig illustriert wird.« (MZS)

    Es war den Studierenden bei einem der zwei Plakate freigestellt, ob sie den Zeichenstift in die Hand nehmen oder nicht. Auch da wird es sicherlich einige Talente geben. Ich kann definitiv nicht zeichnen – aber ich bin ja auch nur Typograf. Und als solcher bin ich aber ein strenger Verteidiger des Scribblens.

  5. Nils Says:

    Ich würde mich über Verlinkung meines Namens freuen auf http://www.nilsgaudlitz.de

    Danke

  6. butschinsky Says:

    @ Nils: gern habe ich Deinen Namen verlinkt. Versprichst Du mir dafür, dass Du in Zukunft den erzwungenen Blocksatz meidest wie der Teufel das Weihwasser?

  7. denito Says:

    schön. schön. manche mehr manche weniger.
    ps: man sollte ein „trane“ eröffnen gegen die schnöde oberlehrer-auf-dem-pausenhof-haftigkeit des birdlands;)

    beste grüße

  8. butschinsky Says:

    @ denito: »Jazz in Hamburg« – ein Thema für sich. Einen Jazzclub in Eppendorf, Winterhude, Barmbek wünschte ich mir auch. Stellwerk in Harburg? Gut und schön. Aber doch auch irgendwie Diaspora. Selbst die Kultur-Bühne Bugenhagen hätte Potential – allein es fehlen die Besucher.

    http://wassenberg.wordpress.com/category/sommer-jazz-fest/

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