500 × 150 mm

»Die Kunst des Weglassens« ist nur schwer und mühsam zu erlernen. Typografie-Anfänger – so meine Erfahrung – neigen dazu, ihre Layouts zunächst aufzuhübschen, zu verzieren, mit Ornamenten und grafischem Schnickschnack zu dekorieren, kurz: zu überladen. Allein auf die »Kraft der Typografie« zu setzen, traut man sich noch nicht so recht, weil der Betrachter die Gestaltung dann ja womöglich als »zu langweilig« empfinden könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass man gerade eben erst das Programm Illustrator kennengelernt hat – der Typo-Dozent aber nun prompt den Einsatz von InDesign präferiert. (*grmpf!*) Und einen Überblick über die riesige Schriften-Auswahl zu bekommen, ist auch nicht leicht.

Als zweites Projekt im Typografie-Seminar des 2. Semesters stand die Gestaltung eines Seitenscheibenplakats auf dem Lehrplan. Die (fiktive) Lesung des Lieblings-Schriftstellers der Studierenden sollte auf einer Fläche von 500 × 150 mm beworben werden. Solche Plakate finden wir auf den schmalen Fensterscheiben der U-Bahn. Es handelt sich also um ein Projekt mit hohem Realitätsbezug. Wie die Studierenden der Kunstschule Wandsbek diese Aufgabe gelöst haben, soll hier gezeigt werden.

Deima Ruschkies

Viola Riechert

Anna Boje

Jan Bach

Maren Kindel

Percy Coobs

Otis Dusör

Kira Jahnke

Karolin Berndt

Maria Jürgens

Marek Brojanowski

Yvonne Dreßler

Karin Roth

Marcel Poguntke

Julia Rose

Saskia Olieslagers

Katharina Oppermann

Max Weinland

Dominica Zaborowski

Sarina Witt

Claudia Reinecke

Claudia Reinecke

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2 Antworten to “500 × 150 mm”

  1. MZS Says:

    Lieblingsschriftsteller? Oder Lieblingsmodemagazinkolumnist und Libelingsfernsehtante? Ist möglicherweise und vielleicht literarische (Geschmacks-) Bildung für einen Designer nicht vollkommen sinnlos? Wasn mit Montaigne, Joyce oder Goethe? Oder wenigstens den Buddenbrooks?

    Die Plakate sind bis auf die gute Arbeit „Biss zum Morgengrauen“ so x-beliebig wie die Kataloge aus den großen Verlagen (abgesehen von Beck).

    Sollte man unter solchen Arbeiten die Namen nennen? Also es sind ja Anfänger-Arbeiten, und wahrlich keine Referenzen, das muß man doch nicht für ewig in die Suchmaschinen speichern.

  2. wassenberg Says:

    Ja, Sarah Kuttner ist nicht Michel de Montaigne und Charlotte Roche ist nicht James Joyce.

    Mein Versäumnis: ich habe in meinem Text oben unterschlagen, dass es darum ging, ein Seitenscheibenplakat für einen noch lebenden Autor zu gestalten. Die Wahlfreiheit – »Lieblingsschriftsteller« – ist ein Zugeständnis an die Studierenden. Die dadurch erhoffte oder tatsächlich verbundene stärkere Identifikation mit dem Autor/dem Werk sollte einzig die Motivation steigern.

    BTW: Ich hatte früher einmal einem 3. Semester die Aufgabe gestellt, ein Thomas-Bernhard-Interview auf zwei Doppelseiten zu layouten. Diesen Text fanden die Studierenden – ich sag’s mal euphemistisch – wenig ansprechend. Übrigens, wieviel 19-Jährige kennen Sie, lieber Martin Z. Schröder, die heute freiwillig die Essais lesen?

    In einem anderen Semester gestalten die Studierenden gerade ein Buch. Unter anderem stehen Friedrich Nietzsche, Ernst Jandl oder auch Max Goldt auf der Liste. Meine Typografie-Seminare sind gewiss keine literaturwissenschaftlichen Veranstaltungen, dennoch möchte ich die »literarische (Geschmacks-) Bildung für einen Designer« [MZS] als sinnvoll bezeichnen. Und meinen bescheidenen Einfluss geltend machen. Warum auch nicht?

    Ob 2. oder 3. Semester, ob DIN-A-1-Plakat oder typografische Miniatur, ob Wettbewerb oder fiktives Projekt: wenn ich hier Arbeiten zeige, dann will ich auch den jeweiligen Schöpfer namentlich nennen.

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