Hast Du Worte?

Wer sich mit Typografie beschäftigt, der müsse auch Spaß am Umgang mit Worten haben. Diesem Vorurteil ist es geschuldet, dass ich im Typografie-Seminar des 3. Semesters eine Aufgabe stellte, die mehr als nur die sichere Beherrschung des Typografenhandwerks erforderte. Einen kleinen Ausflug in die Welt der Werbung wollte ich mit den Studierenden der Kunstschule Wandsbek unternehmen.

Ohne sich von den Auflagen des Heilmittelwerbegesetzes einschränken zu lassen und ausgestattet mit dem »Clicking-Fragenkatalog« von Mario Pricken, sollte eine Anzeige für ein »peinliches Produkt« konzipiert und gestaltet werden. Zur Auswahl standen ein Mittel gegen Mundgeruch, gegen Fußpilz, gegen Orangenhaut, gegen Haarausfall und gegen Erektionsstörungen.

Anzeigen

[Zur flickr-Galerie]

Es durfte eine bestehende Marke neu inszeniert oder aber auch ein Produkt inklusive Namen neu erfunden werden. Großzügige fünf Wochen standen dafür zur Verfügung. Ich wollte, dass man sich Zeit nimmt für ein Brainstorming und die Entwicklung einer wirklich guten Idee.

Als ich die Studierenden aufforderte, nicht nur fünf oder zehn, sondern 100 Headlines zu texten, hielten das einige für einen (schlechten) Scherz. Die anderen konnten die Erfahrung machen, dass die Arbeit am Text alles andere als ein Kinderspiel ist – aber eben auch Spaß machen kann, wenn man zum Beispiel ganz unbefangen und spielerisch an die Sache herangeht. Als Freund des assoziativen Denkens habe ich die Studierenden dazu animiert, Geschichten rund um das Produkt zu erfinden, Standpunkte und Perspektiven zu wechseln, auch einmal das Absurde zu denken etc.

Doch was ist eine starke Headline und was eher ein prägnanter Claim? Woran erkenne ich Qualität einer Headline? Brauche ich ein Bild, um eine Geschichte zu erzählen? Wie gehen Text und Bild zusammen? Fragen über Fragen …

Sehr schnell wurde klar, dass die Aufgabe komplexer ist, als vielleicht zunächst von einigen vermutet wurde. Und dass Tante Googles Bilderbringdienst kein Garant für eine gute Idee ist, haben womöglich manche auch lernen können.

Einige wenige Arbeiten aus diesem Projekt zeige ich hier. Sie dokumentieren naturgemäß nicht den Arbeitsprozess, sondern nur das Ergebnis.

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