Besser warten

Typografische Erfahrungen sammeln meine Studenten meist durch Aufgaben, die ich mir ausdenke. Sie entwickeln Kalenderblätter, Plakate, Postkarten, Magazine, Bucheinbände, CD-Cover etc.

Gelegentlich bietet sich aber auch die Möglichkeit, an realen Aufträgen zu arbeiten. So konnten die Studenten des zweiten Semesters bereits im Sommer 2017 an einem Plakat-Wettbewerb der Stadt Hamburg teilnehmen.

Hintergrund: Das Publikum der über zwei Dutzend Kundenzentren in der Hansestadt ist ob der zeitweilig auftretenden Wartezeiten manchmal frustriert, verhält sich in einigen Fällen gar aggressiv gegenüber den Mitarbeitern der Behörde.

Die Plakate wollen die Wartezeit verkürzen, die Stimmung von Besuchern und Mitarbeitern aufhellen oder auch nur für mehr Verständnis werben. Sieben der insgesamt 18 abgegebenen Layouts will ich hier zeigen. Ein Mausklick auf das jeweilige Plakat zeigt eine vergrößerte Darstellung.
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Darya Sharbat Dar

[1] Darya Sharbat Dar versucht, einen Wutausbruch mit den Mitteln des autogenen Trainings zu verhindern. Eine Geschichte mit Happy End und eine Introspektion mit typografischen Auszeichnungen.
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Rico Marion Zens

[2] Als Serie konzipiert Rico Zens seine Plakat-Layouts. Er kombiniert knallige Farben, große Lettern und nüchterne Informationstexte.
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Marleen von Petersdorff

[3] Ebenfalls als Serie entwickelt Marleen von Petersdorff ihre Plakate. Unter dem gemeinsamen Titel »How To Wait Like A Pro« offerieren ihre Layouts konkrete Verhaltenstipps, die nicht immer ganz ernst gemeint sind.
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Michel Balke und Jan Schneidereit

[4] Illustrierte Zahlenspielereien laden dazu ein, über das eigene Zeitmanagement und Zeiterleben nachzudenken. Eine Plakatserie von Michel Balke und Jan Schneidereit.
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Jane Sophie Rehkopp

[5] Jane Sophie Rehkopp demonstriert eindrucksvoll, dass der Endreim auch nach Goethe noch prima klingt. Der Neologismus »Amtagedon« kommt nach meinem Geschmack zwar ein wenig unvermittelt, dafür ist das zerknitterte Papier eine Spur dramatischer als es ein reines Hintergrund-Weiß je sein könnte.
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Lennard Soetbeer

[6] Lennard Soetbeer lässt seine Plakate selbst zu ihren Betrachtern sprechen. In einem anderen Layout der Serie heißt es »Du kommst im Laufe der Woche wenigstens noch mal raus. Ich muss hier die ganze Zeit rumhängen.« Wann wurde je wirkungsvoller Trost gespendet?
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Janne Sophie Wieben

[7] Wenn sich Janne Sophie Wieben – stellvertretend für die ungeduldig wartenden Besucher des Kundenzentrums – echauffiert, dann kriegen alle ihr Fett weg. Eine Schimpftirade ohne Happy End.
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Die Plakatentwürfe wurden von den Studenten souverän in der Schule dem Kunden präsentiert. Die mehrköpfige Gruppe aus den verschiedenen Kundenzentren zeigte sich ob der Vielfältigkeit der gezeigten Arbeiten beeindruckt. Auch der Humor in den Plakaten schien richtig dosiert gewesen zu sein. Eine Kundenentscheidung und Prämierung der Entwürfe stehen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags allerdings noch aus. Es bleibt also spannend.
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