Posts Tagged ‘Indesign’

Magazin-Gestaltung im 3. Semester (Vol. 4)

März 26, 2013

Auch im Wintersemester 2012/2013 stand für das 3. Semester der Kunstschule Wandsbek in meinem Typografie-Seminar die Gestaltung einiger Magazinseiten auf dem Lehrplan. Ein Dutzend von 75 abgegebenen Arbeiten aus zwei Gruppen konnte der geneigte Besucher am Tag der offenen Tür am 17. März 2013 begutachten.

An solchen Projekten zeigt sich nach meiner Einschätzung besonders gut, wer ein Auge für das typografische Gestalten hat. Um mich nicht zu wiederholen, verweise ich auf die einleitenden Worte in diesem Beitrag — und zeige gleich wieder ein paar Arbeitsproben.
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Layouts von Isabel Mansfeld.
Sie setzte die Vectora (Frutiger, 1990) ein.

Magazingestaltung — Isabel Mansfeld

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Ausgestorben

März 23, 2013

Die alltägliche Aufgabe eines Kommunikationsdesigners besteht oft darin, für ein Projekt – ein Produkt, einen Kunden – eine passende Schrift zu finden. Bei der existierenden Menge an digitalen Fonts ist das selbst für Profis nicht immer ganz leicht. Aber wie führt man Typo-Anfänger überhaupt an diese Aufgabe heran?

Im WS 2012/2013 forderte ich die Studenten des 2. Semesters der Kunstschule Wandsbek zu einer Online-Recherche auf. Einschlägige Websites – und den Schriften-Server der Kunstschule – sollten sie nach geeigneten Schriften durchsuchen. Bei dem Projekt handelte es sich um ein kleines Plakat, genauer gesagt um ein Spiel mit Worten. Nach dem Zufallsprinzip bekam jeder Student einige vom Aussterben bedrohte Wörter – wie zum Beispiel Eintänzer, Junggesellenfrühstück, Hupfdohle, Knutschkugel, Herrengedeck etc. – zugeteilt. Frage: Welche Schrift sieht schon auf den ersten Blick nach Brimborium, Kandelaber oder Pferdeoper aus?

Zunächst sollten sie die Bedeutung des jeweiligen Begriffes recherchieren, um eine kurze Definition zu verfassen. (95% der Begriffe war ihnen naturgemäß unbekannt.) Diese Definition, einige Sätze über die ausgewählte Schrift, den Schriftdesigner, die Begründung ihrer Schriftwahl und nicht zuletzt das vom Aussterben bedrohte Wort selbst sollten auf einer DIN A-3-Seite in einem vorgegebenen Gestaltungsraster layoutet werden.

Die Aufgabe war ein Reflex auf eine Erfahrung, die ich immer wieder in meinen Typografie-Seminaren mache. So manch einer unter den Studenten interessiert sich so sehr für die Form – man nennt es dann Style –, dass er keinen Blick mehr für die Inhalte hat. Dieses Projekt war – wieder einmal – ein Experiment und auch ein Plädoyer für eine willkürfreie Gestaltung. Ob das Experiment erfolgreich war, wird sich vielleicht schon im 3. Semester zeigen …

Hier nun einige ausgewählte Arbeitsproben von …

Eileen Wegner — 2. Semester — Vom Aussterben bedrohte Wörter

Eileen Wegner

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Magazin-Gestaltung im 3. Semester (Vol. 3)

September 24, 2012

Dass eine Doppelseite anders anzugehen ist als eine Einzelseite, oder dass ein dreispaltiger Gestaltungsraster andere Optionen bietet als ein zweispaltiger, dieses sollten die Studenten des 3. Semesters der Kunstschule Wandsbek im Fach Typografie erfahren und lernen.

Wie kann man das Text-Bild-Verhältnis spannungsreich gestalten? Wie wichtig ist Weißraum? Wie funktionieren Rhythmus, Proportionen und Kontrast? Woran erkenne ich eine gute Heftdramaturgie? Wie erzielt man eine gute Lesbarkeit?

Konkreter gerfagt: Wie breit müssen die Stege sein? Wie differenziert, gewichtet und organisiert man optimal die Elemente Headline, Einlauftext, Fließtext, Bildunterschriften, Zitate, Rubrikentitel und Pagina?

Diese Fragen mussten bei dem Projekt eines fiktiven Kultur- und Kunstmagazins beantwortet werden. Auf mindestens drei Doppelseiten sollten die Studenten außerdem beweisen, dass sie Schriftwahl, Schriftmischung, Schriftgröße, Laufweite, Auszeichnungen, Zeilenabstand, Spaltenbreite und Spaltenabstand souverän zu bestimmen wissen. Unterzubringen waren eine Reportage, ein Interview und ein Lebenslauf.

Von den knapp 80 abgegebenen Arbeiten will ich die gelungensten hier zeigen und kurz kommentieren. Möglichen Kritikern sei gesagt, dass es sich um Arbeiten von Typo-Anfängern handelt. Studenten im 3. Semester können noch nicht die Erfahrung und Leichtigkeit aufweisen wie ein Profi. Dass die Layouts viele gestalterische Gemeinsamkeiten aufweisen, liegt zum Teil in der Natur der Sache. Schauen Sie also bitte auf die Lösungen im Detail.

Rückblickend fällt auf, dass sich die Studenten ausnahmslos eher an der traditionellen Typografie orientiert haben. Mutige, experimentelle und avantgardistische Ansätze, die dennoch im Sinne einer Lesetypografie funktionieren, waren nicht dabei.

Der Dozent jedenfalls freut sich über die Qualität der hier präsentierten Arbeiten. Und trotz der Schinderei und der nervenaufreibenden Korrekturgespräche hat es ja auch (vielleicht?) ein wenig Spaß gemacht.

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David Kolb hat neben der Pflicht (drei Doppelseiten) auch noch die Kür (Editorial und Inhaltsverzeichnis) geschafft.

David Kolb — Magazingestaltung

[1] Das Editorial kommt als großer Einspalter daher … und füllt daher nicht den kompletten Satzspiegel in der Breite.

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Magazin-Gestaltung im 3. Semester (Vol. 1)

Februar 21, 2009

Editorial Design wird im sechsten Semester gelehrt. So steht es im Lehrplan unserer Schule. Natürlich wird in den unteren Semestern auch schon fleißig layoutet. Die Studierenden gestalten Bücher, CD-Booklets, Anzeigen, Plakate, Kataloge und vieles mehr. Als Dozent für Typografie unterrichte ich das zweite und dritte Semester. Etwa zeitgleich lernen die Studierenden das Programm InDesign kennen.

lisa_busch_01

Im laufenden (dritten) Semester hatte ich wieder einmal den Wunsch und den Ehrgeiz, ein komplexeres Projekt anzugehen. Wir wollten ein Magazin gestalten. Der Anspruch war hoch. Als Zwischenergebnis will ich die Arbeit – drei Doppelseiten – einer Studentin zeigen. Und obwohl die Arbeit von Lisa Busch nicht repräsentativ (und auch noch nicht abgeschlossen) ist, macht sie mir Mut.

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