Statt Socken

Dezember 14, 2009 von butschinsky

Liebe Eltern, auch in diesem Jahr fragen Sie sich, was Sie Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn zum Fest schenken sollen? Verweiflung macht sich breit? Das muss nicht sein. Sofern Ihr Kind Kommunikationsdesign studiert, ist die Frage wirklich leicht und eindeutig zu beantworten.

Der Typo-Dozent empfiehlt – immer noch und immer wieder gern – Lesetypografie. Das Werk von Willberg und Forssman gilt seit zehn Jahren als Klassiker und kostet 98 Euro. Es bietet mit vielen vergleichenden Beispielen Anregungen für den Praktiker. Im Vordergrund steht das solide Handwerk des Setzers. Schickes und zeitgeistiges Typodesign werden Sie in diesem Werk nicht finden, dafür aber pralles und zeitloses Erfahrungswissen.

Und wenn Oma und Opa auch noch etwas dazu geben, dann ist vielleicht ja auch noch Detailtypografie von Forssman und de Jong drin. Das über 400 Seiten starke Nachschlagewerk kostet ebenfalls 98 Euro und sollte in keinem Typografen-Haushalt fehlen. Das Werk beeindruckt vor allem dadurch, dass es profunde Antworten auf nahezu alle Fragen der Detailtypografie – Schriftzeichen, Schriftbearbeitung, Umbruch, Satzzeichen etc. – parat hat.

Bei konsequenter Lektüre beider Werke ist der Typografie-Suchtfaktor mit eingebaut und – das interessiert die Studierenden ja bekanntlich sehr – die A-Note bei der nächsten Typo-Klausur gleichsam garantiert.

500 × 150 mm

Dezember 6, 2009 von butschinsky

»Die Kunst des Weglassens« ist nur schwer und mühsam zu erlernen. Typografie-Anfänger – so meine Erfahrung – neigen dazu, ihre Layouts zunächst aufzuhübschen, zu verzieren, mit Ornamenten und grafischem Schnickschnack zu dekorieren, kurz: zu überladen. Allein auf die »Kraft der Typografie« zu setzen, traut man sich noch nicht so recht, weil der Betrachter die Gestaltung dann ja womöglich als »zu langweilig« empfinden könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass man gerade eben erst das Programm Illustrator kennengelernt hat – der Typo-Dozent aber nun prompt den Einsatz von InDesign präferiert. (*grmpf!*) Und einen Überblick über die riesige Schriften-Auswahl zu bekommen, ist auch nicht leicht.

Als zweites Projekt im Typografie-Seminar des 2. Semesters stand die Gestaltung eines Seitenscheibenplakats auf dem Lehrplan. Die (fiktive) Lesung des Lieblings-Schriftstellers der Studierenden sollte auf einer Fläche von 500 × 150 mm beworben werden. Solche Plakate finden wir auf den schmalen Fensterscheiben der U-Bahn. Es handelt sich also um ein Projekt mit hohem Realitätsbezug. Wie die Studierenden der Kunstschule Wandsbek diese Aufgabe gelöst haben, soll hier gezeigt werden.

Deima Ruschkies

Viola Riechert

Anna Boje

Jan Bach

Maren Kindel

Percy Coobs

Otis Dusör

Kira Jahnke

Karolin Berndt

Maria Jürgens

Marek Brojanowski

Yvonne Dreßler

Karin Roth

Marcel Poguntke

Julia Rose

Saskia Olieslagers

Katharina Oppermann

Max Weinland

Dominica Zaborowski

Sarina Witt

Claudia Reinecke

Claudia Reinecke

Kick in Iran

November 27, 2009 von butschinsky

Das erste Projekt im 3. Semester war zugleich ein Wettbewerb. Ein Plakat für den Dokumentarfilm »Kick in Iran« sollte gestaltet werden. Die Teilnehmer meiner beiden Typografie-Seminare im Wintersemester 2009/2010 nahmen die Herausforderung gern an. Es entstanden fast 100 Plakate. Einige der besten will ich hier wieder zeigen.

Die Filmproduktionsfirma Brave New Work und die Regisseurin Fatima Abdollahyan haben sich für den Entwurf von Christian Menzel entschieden. Wir gratulieren.

Layouts von Michaela Neumann und Carolin Herbst

Layouts von Matthias Borchardt und Monique Nitschke

Layouts von Sarah Kleiß und Ffion Evans

Layouts von Kristin Vent und Jannik Paeth

Layouts von Delaram Safari-Khaledi und Sarah Kleiß

Layouts von Sarah Kleiß und Katharina Beller

Layouts von Sabrina Dühn und Alexander Makarov

In der Synopsis des Films ist zu lesen: »Sara Khoshjamal hat geschafft, was bisher noch keiner anderen Frau vor ihr gelungen ist. Die 20-jährige ist die erste Sportlerin aus dem Iran, die sich jemals in der Geschichte des iranischen Frauensports für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte. Ihre Disziplin ist Taekwondo. Ein großer persönlicher Erfolg für die junge Muslima und ihre Trainerin Maryam Azarmehr. Aber auch ein wichtiger Schritt für alle Frauen, die im Iran für Gleichberechtigung und mehr Freiheit kämpfen.

KICK IN IRAN begleitet Sara und ihre Trainerin über einen Zeitraum von neun Monaten auf ihrem steinigen Weg zur Olympiade 2008 in Peking. Im Mittelpunkt steht dabei der unerschütterliche Glaube der jungen Frau an sich selbst; der Wunsch ›es zu schaffen‹, trotz erschwerender religiöser Bekleidungsvorschriften und dem Druck der iranischen Gesellschaft, die von Frauen in ihrem Alter eher die Suche nach einem geeigneten Ehemann als eine Sportlerkarriere erwartet. Ein Film über Selbstbestimmung und den Wunsch nach Veränderung.« (Quelle)

November-Impression

November 14, 2009 von butschinsky

Da ist Musik drin

November 14, 2009 von butschinsky

Das Atelier Martino & Jaña in Portugal gestaltete diese wunderschönen Jazzplakate. Perfekt verschmilzt die steile Gradation der Fotos kontrastreiche Strichzeichnung mit der organischen Schriftgestaltung. Die abgebildeten Künstler wirken aufgrund des raffinierten Anschnitts der Motive sehr präsent. Man beachte den (aquarellierten?) Hintergrund. Klasse!

jazzplakate_portugal

Plakate in der Vorweihnachtszeit

November 8, 2009 von butschinsky

Was nicht passt, wird passend gemacht. Alte Handwerker-Weisheit.

kellinghusenstrasse

Typografischer Stadtplan

Oktober 23, 2009 von butschinsky

The Architectural League of New York ist umgezogen. Und mit der Helvetica zeigt man auch, wohin. Pentagram hat das Plakat gestaltet. Und mir gefällt’s.

Typografenkost

Oktober 17, 2009 von butschinsky

Heute soll ein altes Vorurteil bestätigt werden, das besagt, dass Typografen ausschließlich von Buchstabensuppe sich ernähren. Eine Packung Hartweizengries schenkte mir einst einer meiner Studenten zum Semesterende. Danke, Tippi! Das Foto zeigte jene Reste, die sich zunächst auf dem Boden der Kochtopfes festgesetzt hatten. Nach einem längeren Wasserbad und dem Einsatz mechanischer Gewalt war aber wieder alles gut. Auch nicht schlecht: ein Maggi-Werbespot.

Maulwurfshügel auf Englischem Rasen

Oktober 14, 2009 von butschinsky

… oder: »Der Typo-Mörder ist immer der Gärtner.« Warum sich der unbändige Gestaltungswille mancher Menschen häufig auf derart brutale Weise artikuliert, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben … Spieltrieb? Experimentierfreude? Innovationszwang? Betonung der Individualität? Demonstration des gelebten Nonkonformismus? Ausdruck überschäumender Kreativität? Manifestation wild wütender Anarchie? Nicht therapierbare Typophobie?

Ich muss an einen Satz denken, den ich in Thomas Kapielskis »Mischwald« (S. 166) gelesen habe: »Die unangepaßte Harmlosigkeit und der achtsame Aufmupf charakterisieren ja den zeitgemäßen Konformismus: Grün wählen und bei Rot über die Ampel.«

Kennen Sie Günther Kieser?

Oktober 11, 2009 von butschinsky

Seine Arbeiten hängen heute im Museum of Modern Art in New York. 40 Jahre lang gestaltete Günther Kieser, Jahrgang 1930,  Plakate, hauptsächlich für Jazz- und Rockkonzerte. Eines der schönsten ist für mich das Veranstaltungsposter für ein John-Coltrane-Konzert im November 1962 in Düsseldorf. (Bildquelle) Die entsprechende Musik und die bewegten Bilder – in Schwarzweiß – dazu gibt es hier.

Wieder mal die Klassiker

Oktober 3, 2009 von butschinsky

Als Schriftgestalter der Schrift Rotis (1988) ist er meinen Typografie-Studenten der Kunstschule Wandsbek vermutlich bekannt. Wie kaum eine zweite Schrift spaltet die Rotis auch heute noch die Typografen und Designer in zwei Lager. So gibt es die Rotis-LiebhaberAnwender und die Rotis-HasserVermeider. Auf Platz Nr. 32 finden wir diese stark polarisierende Schriftsippe im Fontshop-Ranking. Weder als Brotschrift noch als Headline- oder Logoschrift habe ich die Rotis bisher (freiwillig) eingesetzt – womit ich nicht ihren prägnanten Charakter bestreiten möchte. Aber gerade diese eigenwillige, eitle Erscheinung ist es wohl, die zur Abstinenz mich animiert.

Zur Volljährigkeit der Schrift hat der Verlag Hermann Schmidt bereits 2006 rotis – eine Streitschrift – ein sehr informatives, unterhaltsames und amüsantes Büchlein – herausgegeben. So erfährt man zum Beispiel, was klassische Musik, der Deutsche Schäferhund und das Grundgesetz mit der Rotis zu tun haben.

In der Disziplin Corporate Design wird dann der Kollege vermutlich auf einige Erscheinungsbilder – Olympische Spiele München 1972, Lufthansa, Braun, ZDF, ERCO-Leuchten, bulthaup-Küchen, Sparkasse – hinweisen, die der renommierte Grafiker und Dozent entwickelt hat.

Die Rede ist von Otl Aicher (1922–1991). Als Mitbegründer der HfG Ulm (1953–1968) hat er ganze Generationen von Designern geprägt. Der strenge grafische und typografische Stil der Ulmer und seiner Adepten ist auch heute noch in vielen Arbeiten sichtbar, obgleich natürlich nicht unumstritten. Alles Wissenswerte dazu im Überblick findet man im Typolexikon des geschätzten Kollegen Wolfgang Beinert.

aicher

Aktuell habe ich gerades dieses Blog entdeckt. Es präsentiert viele Arbeiten der Ikonen des Grafikdesigns aus den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Für einen Typografie-Anfänger scheint mir ein Besuch der »Schweizer Schule« immer angemessen. Also, liebe Studenten, besucht und studiert die alten Hasen: Anton Stankowski, Karl Gerstner, Emil Ruder, Josef Müller-Brockmann, Helmut Schmid, Adrian Frutiger … und auch Otl Aicher.

ex und currere

September 24, 2009 von butschinsky

Als guter Dozent will man den Nachwuchs-Kreativen ja auch mal etwas Besonderes bieten. Im Rahmen des regulären Unterrichts ist das erfahrungsgemäß nur bedingt möglich. Da muss man sich schließlich mit so elementaren und profanen Dingen wie der Schriftklassifikation oder der Frage nach einer gelungenen Schriftmischung, der besten Schriftgröße, des optimalen Zeilenabstandes, der richtigen Spaltenbreite und der passenden Laufweite etc. auseinandersetzen.

spiegel_2009

Deshalb hieß das Zauberwort am letzten Tag in diesem Sommersemester wieder einmal: Schulausflug. Exkursion. So besuchte ich am vergangenen Montag mit meinem Typografie-Seminar der Kunstschule Wandsbek den Spiegel-Verlag. Anfang des Jahres war ich schon einmal mit einer Gruppe dort. Für den Studierenden stellt der Alltag des Profis immer etwas Besonderes dar. Und die Chance, Einblicke in die Praxis zu bekommen, ist für die meisten der 20-Jährigen durchaus ein Grund, sich – zumindest für wenige Stunden – vom Mac zu trennen.

Im legendären Konferenzraum Nr. 4 im 12. Stock des Hauses wurden wir von je einem Kollegen aus der Redaktion und dem Layout begrüßt. Die gefürchteten Powerpoint-Präsentationen, die bei Studierenden schnell einen Informations-Overkill verursachen, kamen diesmal nicht zum Einsatz. Statt dessen suchte man das Gespräch. Zunächst zaghaft, dann aber auch mutiger, stellte man die ersten Fragen. Der Spiegel-Grafiker schilderte seinen Alltag als Layouter für das Nachrichten-Magazin aus Hamburg präzise und eloquent: Musterseiten und Stilvorlagen, QuarkXPress und Redaktionssystem, Konferenzen und Korrekturen, Text- und Foto-Redaktion, Dokumentation und Chef vom Dienst, Infografik und Schlussgrafik. – Aha.

Wenn ich die Fragen und die Kommentare meiner Studenten richtig deute, dann schienen sie etwas irritiert, wenn nicht gar enttäuscht gewesen zu sein. So hatten sie sich den Job eines Grafikers vielleicht doch nicht vorgestellt. Viel Routine, kaum Gestaltungsspielräume, die ewigen Korrekturphasen, die Titelseite macht sowieso ein anderer Grafiker oder Illustrator … – wo bleibt denn da – bitteschön – die Kreativität? Die Kollegen in der Brandstwiete müssen also vermutlich nicht befürchten, mit Bewerbungen von Studierenden aus dieser Gruppe überschüttet zu werden …

Wie sag ich’s dem Leser

September 17, 2009 von butschinsky

visual_think_map

Über diese kleine Sammlung mit interessanten Infografiken (im weitesten Sinne) bin ich gerade gestolpert. Ob es sich dabei um die »top 250 best movies of all time map« oder um die Darstellung der Entwicklung des Grafikdesigns in den letzten Jahren oder des Pepsi- bzw. Coca-Cola-Logos handelt – ein Blick lohnt sich.

movie

Ich weiß ’was …

September 4, 2009 von butschinsky

Als ich über eine Anzeige für ein Buch mit dem Titel »Lexikon des Unwissens« von Kathrin Passig und Aleks Scholz gestolpert bin, da wusste ich: der Grafiker des Rowohlt-Verlages muss ein großer Bewunderer des Werkes von Niklaus Troxler sein, so wie ich es auch bin. Zwei Sekunden später fragte ich mich allerdings: ist diese Buchgestaltung nun eine asynchrone Parallelentwicklung, eine Hommage, ein Zitat oder ein Plagiat? Oder etwa nur eine (schlechte) Parodie?

Buchtitel des Rowohlt-Verlages aus 2007 (links) und Plakat des Schweizer Grafikers Nikolaus Troxler aus 2005 (rechts).

Donnerstag, 3. September, halb zehn in Altona

September 4, 2009 von butschinsky

Während unseres Besuches im Mediadruckwerk brauchten wir – die Studierenden meines Typografie-Seminars der Kunstschule Wandsbek und ich – diesen »Erste-Hilfe«-Koffer nicht. Was die Nachwuchs-Kreativen an diesem Vormittag sonst so erlebten, das verraten vielleicht die Bilder in meinem Foto-Blog.

mediadruckwerk

Typografische Miniaturen (Vol. III)

September 4, 2009 von butschinsky

Vor elf Wochen zeigte ich hier einige Ergebnisse der ersten Gruppe meines 2. Semesters. Inzwischen hat auch die zweite Gruppe des Typografie-Seminars der Kunstschule Wandsbek das Projekt abgeschlossen. Es geht bei dieser ersten typografischen Übung darum, einen Aphorismus Einsteins auf einem DIN-A-6-Querformat zu inszenieren – und zwar ausschließlich mit typografischen Mitteln.

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[1] Daniel Snyder

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[2] Daniel Snyder

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[3] Daniel Snyder

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[4] Clemens Meerstein

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[5] Kristin Vent

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[6] Sarah Kleiß

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[7] Sarah Kleiß

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[8] Mona Kleesiek

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[9] Silke Krause

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[10] Jessica Rinne

jessica_rinne_01

[11] Jessica Rinne

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[12] Anika Hoffmann

CMYK, DPI, ICC und CTP

August 30, 2009 von butschinsky

Unauslöschbar sind die Farben Cyan, Magenta, Yellow und Black in mein Hirn gebrannt. Als Farben des subtraktiven Farbmodells sind sie jedem vertraut, der schon einmal mit einer Druckerei zu tun gehabt hat. (Vor zwei Dekaden habe ich für die Dauer von zwei Jahren in einem Andruckstudio gearbeitet. Und es waren nicht die schlechtesten Jahre. Aber das nur nebenbei.)

Mit meinen Typografie-Studenten des 3. Semesters der Kunstschule Wandsbek unternehme ich in der kommenden Woche ein Exkursion. Ziel ist das Mediadruckwerk, eine Druckerei (Digital und Offset) mit Druckvorstufe und Weiterverarbeitung. Die Kollegen dort waren vor längerer Zeit schon einmal sehr auskunftsfreudig, weshalb ich gern wiederkomme.

exkursionsplakat

»Die Macht der Rasterpunkte«, so könnte der Titel des 10-Minuten-Plakates* heißen, das ich dazu entworfen haben. Doch halt, bevor hier alle schreien, das sei voll retro, muss ich sagen: genauso ist’s gemeint. Es ist eine kleine Hommage an einen meiner Ausbilder, der in den 1980ern noch unter dem Einfluss der Popart stand.

Ein wenig prahlerischer formuliert: In diesem Plakat treffen De Stijl, Bauhaus, Suprematismus, Konstruktivismus, Popart und Schweizer Typografie aufeinander. Ist das jetzt Eklektizismus? Und leben wir eigentlich immer noch in der Postmoderne? (Siehe auch hier.)

* Zugegeben: aus den geplanten zehn Minuten für den Entwurf wurden dann doch schnell dreißig oder vierzig.

Satte drei Stunden

August 28, 2009 von butschinsky

Um genau zu sein: Juliane und Hans Peter Schmid nahmen sich am vergangenen Donnerstag über 195 Minuten Zeit, um den Studierenden meines Typografie-Seminars der Kunstschule Wandsbek die Welt der Druckvorstufe näher zu bringen. Von der Typografie bis zur 3D-Animation, von der Reinzeichnung bis zum Proof, von der Datenbank bis zum Lektorat, vom Verpackungsdesign bis zum Zeitschriftenlayout — die Kollegen von Einsatz Creative Production gewährten den Nachwuchsdesignern großzügig Einblick in alle Arbeitsbereiche. Die Fülle der Informationen war enorm. Ob und wie die Studierenden dieses Wissen für sich fruchtbar machen können, das wird die Zukunft zeigen. Einige Fotos der Exkursion finden sich auch in meinem Foto-Blog.

einsatz

Und noch mehr Plakate (I)

August 25, 2009 von butschinsky

»Mach, was Du willst!«, hieß es im Briefing. Aber das war nur die halbe Wahrheit. Aufgabe war es, zwei Plakate zu einem Thema zu entwickeln. Im ersten Fall gab es klare Vorgaben: zwei Farben, keine Illustrationen oder Fotos. Auswahl aus einer überschaubaren Menge an bewährten Satzschriften. Beschränkung auf eine Schriftfamilie. – Im zweiten Fall gab es all diese Vorgaben nicht. Unkommentiert will ich einige der besten Arbeiten aus meinem Typografie-Seminar des 3. Semesters der Kunstschule Wandsbek hier zeigen.

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Tim Stoll

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Jörn von Hofe

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Nils Gaudlitz

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Lena Matthies

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Dorothee Schmidt

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Helene Dick

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Sandra Meyer

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Elisa Ohlrich, Jekaterina Heimbichner

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Marsha Brünjes

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Anna Moritzen, Miriam Hoffmann

plakate

Anna-Lena Rohbeck, Evangelos Triantis

PS: Um Mißverständnissen vorzubeugen – es handelt sich bei den Plakaten jeweils um ein fiktives Projekt. Es gab und gibt – nach meiner Kenntnis – keinen Jazz-Club mit dem Namen Trane in Winterhude. Das Typo-Symposium, der Guido-Westerwelle-Ähnlichkeitswettbewerb, die Königspudelmesse, das Doors-Tribute-Festival und auch die Modenschau haben – »mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit« – nie stattgefunden.

Größere Abbildungen der Plakate gibt es auch in der Online-Galerie der Kunstschule Wandsbek zu sehen.