Ein CD-Cover für Luciano Berio

Juni 21, 2015

Als Angehöriger der Generation Facebook würde sich ein Zwanzigjähriger heute freiwillig wohl kaum ein Musikstück des italienischen Komponisten Luciano Berio (1925 – 2003) anhören. Einen Zugang zu seinen experimentellen Kompositionen zu finden, ist nicht leicht.

Sich auf etwas Fremdes, Ungewohntes, zunächst noch schwer Fassbares einzulassen, um es hernach besser zu verstehen, war unter anderem der hehre Sinn dieser Übung im dritten Semester. Das kostet Überwindung, Mühe, Arbeit.

Ein CD-Cover für Luciano Berio

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Chez Monique

Juni 21, 2015

Die zweite Übung im Sommersemester 2015 war die Konzeption und die Gestaltung eines Plakates zur Neueröffnung eines Gastronomiebetriebs. Ein neues Restaurant (wahlweise eine Bar, ein Café, ein Club, ein Schnellimbiss) mit dem Namen »Chez Monique« stehe kurz vor der Eröffnung. Am Tage der Eröffnung spiele eine Band live und es soll ein besonderes Angebot für die Gäste geben. Zu diesem Zweck galt es, ein DIN A-1-Plakat im Hochformat zu gestalten. Die Studenten meines Typografie-Seminars an der Kunstschule Wandsbek mutierten zu Veranstaltungsmanagern. Manch einer litt unter Startschwierigkeiten. Die besten Arbeiten aus dem dritten Semester sollen hier gezeigt werden.
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Sarah Mester

Layout: Sarah Mester Den Rest des Beitrags lesen »

Lettering

April 24, 2015

Zu Beginn des Sommersemesters 2015 kam ich dem Wunsch einiger Studenten nach, doch mal das Thema Lettering im Seminar anzugehen. Und so hatten die Studenten des dritten Semesters der Kunstschule Wandsbek die Aufgabe, einen Schriftzug von Hand zu zeichnen. Eine spätere Digitalisierung wollte ich nicht ausschließen. »Chez Monique« – das war dann auch der Name eines Restaurants, eines Cafés oder Clubs, der sich in einer nachfolgenden Übung einbauen lassen sollte. Man konnte aber auch Wörter nach eigenem Geschmack wählen.
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Lettering 1

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»Das Goldene Zeitalter«

Februar 17, 2015

Ein letztes Plakat in diesem Semester … In vielen bisherigen Projekten war es ein Tabu, das eingesetzte Foto eines Fotografen zu verfremden. In diesem Projekt durfte man das Foto modifizieren. Inspirieren lassen konnten sich die Studenten des 3. Semesters der Kunstschule Wandsbek durch die Musik, die Choreografie und das Bühnenbild des Tanztheaters – Youtube macht es möglich. Explizit forderte ich die Teilnehmer meines Typografie-Seminars auf, den Schwung und den Witz von Schostakowitsch’ Ballett auch im Plakat sichtbar zu machen. Nicht wenige Studenten folgten der Einladung, die »Zeilen doch mal tanzen« zu lassen. Einige der besten Arbeiten will ich hier zeigen.
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Sarah Bockholt

[1] Layout von Sarah Bockholt
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»Ein Tag ohne Bier …« — noch ein Plakat

Dezember 13, 2014

Während bei der vorherigen Aufgabe eine mehr oder weniger große Menge an Bildern unterzubringen war, sollte dieses Plakat ganz auf Fotos oder Illustrationen verzichten. Für eine — leider nur — fiktive Lesung des Schriftstellers Thomas Kapielski sollten die Studenten meines Typografie-Seminars im dritten Semester an der Kunstschule Wandsbek ein Plakat entwerfen. Und das kam unter anderem dabei heraus.
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Münevver Yoldas

[1] Layout: Münevver Yoldas
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Plakate für einen Lichtbildvortrag

Dezember 8, 2014

Nach einigen typografischen Warm-up-Übungen zu Beginn des Winter-Semesters 2014/2015 stand im November das erste Plakat auf dem Programm. Die Studenten des dritten Semesters sollten ein Veranstaltungsplakat gestalten. Für einen fiktiven Lichtbildvortrag »Das typografische Hamburg« mussten die Typografie-Anfänger der Kunstschule Wandsbek zunächst selbst das Bildmaterial besorgen. Sie wurden also mit dem Fotoapparat durch Hamburg geschickt. Ihre besten Bilder sollten sie in die Gestaltung des Plakates einfließen lassen. Texte und das DIN A-1-Hochformat waren vorgegeben, alles andere mussten die Studenten selbst entscheiden. Die besten von insgesamt über 70 Arbeiten aus den beiden Typografieklassen zeige ich hier. — Wählen Sie bitte Ihren persönlichen Favoriten!
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Laura Kümmel

[1] Layout: Laura Kümmel
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Die Feierabendtüte — ein synästhetischer Exkurs

November 3, 2014

Die erste Fingerübung im Typografie-Seminar [] des dritten Semesters im WS 2014/2015 bestand darin, dass die Studenten ein bereits exsistierendes Plakat neu gestalten sollten. Das Original wurde von Hand geschrieben und hängt im Schaufenster einer kleinen Bäckerei in Hamburg-Eppendorf.

In den Layouts sollten vor allem die Möglichkeiten des Kontrastes (Form, Größe, Strichstärke, Stil ect.) und der Schriftmischung erprobt werden. Im ersten Anlauf sollte man nur die Schriftschnitte einer Familie und nur eine Druckfarbe benutzen. Im zweiten Anlauf waren dann auch extrafamiliäre Schriftmischungen [] gefordert, Mehrfarbigkeit war erlaubt.

Es ging also darum, wenige typografische Elemente geschickt zu gewichten und zu positionieren. Aufmerksamkeitsstark sollte es sein, dieses Plakat. Eine schnelle Erfassbarkeit sowie eine gute Leserlichkeit [] und Lesbarkeit [] sollten darüber hinaus ebenfalls gewährleistet sein. Eine echte Gewissensentscheidung war die Beantwortung der Frage, ob man die Regeln der Orthografie aus ästhetischen Gründen brechen darf.

Welche Farben schmecken nach Brötchen und wie viel Versalsatz verträgt ein Plakat? Wie komme ich ohne Illustrationen oder Fotos aus? Soll man Ziffern ausschreiben? Auf diese und andere Fragen galt es, überzeugende typografische Antworten zu fnden. Ich zeige hier exemplarisch einige der im Typografie-Unterricht der Kunstschule Wandsbek [➚] entstandenen Arbeiten..

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Gesa Kröger

[1] Layout von Gesa Kröger
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6 in 1 — Typografie-Portfolio

September 21, 2014

Im Laufe des dritten Semesters wurden bis kurz vor den Herbstferien 2014 in meinem Typografie-Seminar sechs Projekte erstellt. Für jedes dieser Projekte hatten die Studenten zwei, maximal drei Wochen Zeit. Die entstandenen Arbeiten in einer kleinen, 20- oder 24-seitigen Broschüre vorzustellen und kritisch zu reflektieren, war die siebte und letzte Aufgabe.

Auch für mich war dieses ein sehr interessantes Projekt, weil ich so einiges mehr über die Denk- und Sichtweisen meiner Studenten an der Kunstschule Wandsbek erfahren konnte. Ausgewählte Titel- und Doppelseiten der Typografie-Portfolios will ich hier zeigen.

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Maximilian Alexander Dammert

Layout: Maximilian Alexander Dammert
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Plakate für eine Kunstausstellung

September 21, 2014

Für eine junge Künstlerin, selbst Absolventin der Kunstschule Wandsbek, galt es, ein Plakat zu inszenieren. Das Bildmaterial für eine fiktive Ausstellung wurde gestellt, die Texte konnten relativ frei improvisiert werden. Einige Arbeiten aus dem Typografie-Seminar des dritten Semesters darf ich hier präsentieren.
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Tutku Sarigöl

Layout: Tutku Sarigöl
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Schriftmuster-Plakate

September 21, 2014

Bei diesem Projekt kamen die Teilnehmer meines Typografie-Seminars des dritten Semesters ganz schön ins Schwitzen. Die Studenten der Kunstschule Wandsbek sollten Plakate gestalten, die jeweils eine Schrift präsentieren. Das Alphabet, die Ziffern und auch einige Sonderzeichen sollten abgebildet werden — und zwar in mindestens sechs Schnitten. Den Charakter der Schrift sollte man durch »irgendwie interessante« Wörter oder Sätze — »Bitte kein Blindtext!« — demonstrieren. Informationen über die Schrift und den Schriftgestalter mussten ebenso recherchiert und untergebracht werden. Wer wollte, konnte erste Erfahrungen mit einem Gestaltungsraster sammeln. Hier zeige ich einige wenige exemplarische Layouts.
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Jana Hansmann

Layout: Jana Hansmann
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Einbandgestaltung

Juni 27, 2014

Nach den doch eher experimentellen Arbeiten forderte ich die Studenten meines Typografieseminars an der Kunstschule Wandsbek mit dem vierten Projekt in diesem Sommersemester nunmehr zur typografischen Bescheidenheit auf. Die Studenten sollten beispielhaft drei Bucheinbände für eine wissenschaftliche Reihe gestalten. Die Paperbacks hatten alle die gleiche Größe, lediglich die Rückenstärke variierte.

Einbandgestaltung — Aufmacher

Es stellten sich sogleich folgende Fragen: Welche Schriften kommen in Frage? Wie gewichtet und platziert man Autor, Titel, gegebenfalls einen Untertitel und das Verlagslogo auf der ersten Umschlagseite? Wie und in welcher Reihenfolge kann man diese Informationen auch auf dem Rücken optimal zur Geltung bringen? Welche Rolle spielen Farben und Elemente wie Linien und Flächen? Sind grafische oder gar illustrative Elemente in einer Reihengestaltung noch angemessen? Wie modern, wie plakativ, wie laut darf ein solcher Entwurf sein?

Nachdem die Studenten einen Blick auf die Arbeiten von Fleckhaus, Willberg, Forssman und anderer Buchgestalter geworfen hatten, ging es ans Werk. Veranschlagt wurden zwei bis drei Unterrichtseinheiten (à 4,5 Stunden). — Hier präsentiere ich eine Auswahl der gelungensten Arbeiten aus dem 3. Semester. Den Rest des Beitrags lesen »

Kunst? Typografie? Psychologie?

Mai 24, 2014

Dieses Projekt darf man zu Recht als Experiment bezeichnen. Im Typografie-Seminar des dritten Semesters der Kunstschule Wandsbek sollten die Studierenden für drei Unterrichtseinheiten einmal alles vergessen, was sie bisher über gute Lesetypografie gelernt hatten.

Ich forderte sie auf, beliebig auszuwählende Glyphen, Wörter und Sätze auf verschiedene Weisen rücksichtslos zu verfremden und zu zerstören, um sie danach munter auf ebenso abwechslungsreiche Art wieder zusammenzusetzen. Statt Harmonie und Ordnung (siehe »Rapport als Mittel der Komposition«) sollten sie ein organisiertes Chaos auf eine DIN A 1 große Fläche bringen. Und statt einer eindeutigen und klaren inhaltlichen Aussage sollten die komplexen Form- und Farbspiele dem Betrachter vielfältige Rezeptionsangebote eröffnen.
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Johanna Pallmann

Layout: Johanna Pallmann
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Entwicklung einer »Spaßschrift« — einige Skizzen

Mai 2, 2014

Typografie zu praktizieren, das bedeutet zunächst einmal: Schriften nach bestimmten Kriterien auszuwählen und gekonnt anzuwenden. Den Studenten aus meinen Veranstaltungen reicht das oft nicht. Ihnen ist das nicht »kreativ« genug. Sie würden gern einmal selbst eine Schrift entwickeln. Und so gab ich diesmal nach — und bot erstmalig eine Schriftentwicklung an. Klar war auch, dass es sich dabei nicht um eine gut lesbare und für den Mengensatz taugliche Schrift handeln würde. Der Respekt vor den Leistungen der renommierten Schriftgestaltern ist dann doch zu groß …

Kurz: Innerhalb einer Unterrichtseinheit von fünf Stunden sollten die Studenten des 3. Semesters beispielhaft einige Glyphen ihrer »Spaßschrift« aufs Papier bringen. Man bewegte sich — spielerisch, experimentell oder auch analytisch — zwischen Lettering, Konstruktion, modularer Entwicklung aus Einzelelementen, illustrativem Ausflug in die Welt des Gegenständlichen und/oder ihrer Abstraktion. Einiges über Proportionen, Rhythmus, Kontrast und Leserlichkeit konnte gleichwohl gelernt werden.

Natthakanwadi Rajsuchat

Ideenskizze von Natthakanwadi Rajsuchat

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Rapport als Mittel der Komposition

April 25, 2014

Die erste Aufgabe im Sommersemester 2014 könnte man als ein »typografisches Warm-up« bezeichnen. Die Studenten des 3. Semesters der Kunstschule Wandsbek sollten den Rapport als Mittel der Komposition erforschen. Keine eindeutige inhaltliche Aussage stand im Zentrum des Interesses, sondern einzig das Spiel mit den Formen einiger Glyphen, die frei zu wählen und anzuordnen waren. Es ging dabei natürlich auch wieder einmal um Kontrast und um Rhythmus. So entstanden auf spielerische und experimentelle Weise einige Muster mit jeweils ganz individuellen Anmutungsqualitäten. Einige will ich hier exemplarisch zeigen.

Rapport — Michael Wassenberg

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Ein typografisches Kompendium – Magazin-Gestaltung im 3. Semester (Vol. 6)

März 16, 2014

Als letztes Projekt im dritten Semester sollten die Studenten meines Typografieseminars an der Kunstschule Wandsbek eine 16seitige Broschüre gestalten. Die Aufgabe sollte eine gewisse Komplexität aufweisen und die Studenten gleich mehrfach fordern. Es galt, eine Schriftfamilie bzw. Schriftsippe vorzustellen. Als Zielgruppe imaginierten wir interessierte Laien und Typografie-Anfänger.

Um dieses Projekt zu wuppen, waren freilich eigene Recherchen notwendig. In der Fachliteratur und im Web mussten also Informationen über die Schrift selbst, die Klassifikation, die Anzahl der Schnitte, ihre anatomischen Merkmale und Besonderheiten recherchiert werden. Aber auch der Schriftgestalter und/bzw. der Schriftdesigner, der diese Schrift digitalisiert hat, durften kurz vorgestellt werden. Der historische Kontext der Entstehung als auch einige Anwendungsbeispiele sollten die Arbeit schließlich abrunden.

Auf Blindtext hatte man also wohl oder übel zu verzichten. Selber schreiben war angesagt: Titel, Vorwort, Headlines, Sublines, die Fließtexte der verschiedenen Kapitel, Bildunterschriften und Kolumnentitel. Und dann das Layout: 16 oder gar mehr Seiten inhaltlich zu füllen, darf man schon als anspruchsvoll bezeichnen.

Wie könnte eine Heftdramaturgie aussehen? Mit welcher Schrift lässt sich die darzustellende Schrift gut präsentieren und kombinieren? Welche Anmutung soll die Broschüre haben? Wie ist der Satzspiegel zu bestimmen? Wie flexibel ist der Gestaltungsraster anzulegen? Wie sind die einzelnen Elemente zu gewichten? Wie gewährleistet man Wiedererkennung einerseits und schafft Abwechselung andererseits? Das sind die Fragen, mit denen sich die Studenten auseinandersetzen sollten.

Ich zeige hier exemplarisch eine sehr gelungene Arbeit von Kim Kira Jessen, die sich für ihr Kompendium die Caecilia ausgesucht hat.

Jessen_Kim_Typkompendium_Caecilia.indd

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Danke!

März 3, 2014

Natürlich sind Webstatistiken immer mit Vorsicht zu genießen, aber über die inzwischen über 100.000 Aufrufe seit Bestehen des Blogs freue ich mich nun doch ein wenig. – Danke, Leser.

statistik

Und nicht weniger erfreulich ist das Suchergebnis von Tante Google, wenn man sie nach »Typografieblog« befragt. Heute, am 3. März 2014 belegt mein Blog zugleich den ersten, fünften, sechsten, siebten und achten Platz. Und das, obwohl hier wochenlang ziemlich tote Hose ist. – Trotzdem: Danke, Google.

Die Algorithmen und der Kollege Zufall

Februar 28, 2014

Interaktive Schriftexperimente zeigt der in München wirkende Designer Daniel Kuhnlein auf seiner Website Standardabweichung. Die mittels HTML, CSS und Javascript erzeugten Glyphen üben auch auf Menschen, die sich ansonsten eher in der alltagstauglichen Lesetypografie beheimatet fühlen, einen besonderen Reiz aus. Erweitert man das Schauen um das Hören einer kongenialen Musik, dann laden die Animationen zu prima Assoziationsspielen ein. So möge man einmal »Chemical Type« zusammen mit Colin Stetsons »To See More Light« auf sich wirken lassen.

standardabweichung

Aus dem typografischen Versuchslabor

Februar 1, 2014

Was passiert, wenn analoge Techniken auf digitale treffen, wenn traditionelles Handwerk und innovatives Denken Hochzeit feiern, das zeigen Stefanie Schwarz and Dirk Wachowiak auf ihrer Website open2type.org auf beeindruckende Weise.

open2type

Vielfältig, überraschend, inspirierend und manchmal auch komisch sind die Exponate aus dem typografischen Versuchslabor und Archiv der beiden Designer. — Liebe Studenten, bitte unbedingt ansehen!

open2type

Typografische Textur

November 9, 2013

Struktur, Muster, Pattern, Rapport, Gewebe, Ornament, Textur — im Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung, Symmetrie und Asymmetrie, Konstruktion und De(kon)struktion, Dynamik und Statik etc. sollten die Studenten des dritten Semesters der Kunstschule Wandsbek sich bei dieser Aufgabe — ein Warm-up zum nächsten Projekt — bewegen.

Im Fach Typografie standen diesmal nicht die konkreten Inhalte — wie zum Beispiel bei einem Veranstaltungsplakat — im Vordergrund, sondern das typografische Material selbst. Experimentell als auch analytisch sollten die Studenten sich den Buchstaben, Ziffern, Satz- und Sonderzeichen nähern. Drei Wochen Zeit hatten die Nachwuchskreativen, um an der Komplexität ihres Typo-Teppichs zu weben. Die einzusetzende Schrift und die Farbigkeit waren frei zu wählen. 24 gelungene Arbeiten will ich hier zeigen.

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Typo-Textur von Jana Grabau

[1] Gestaltung: Jana Grabau

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Magazin-Gestaltung im 3. Semester (Vol. 5)

September 25, 2013

Wenn die Plakatgestaltung ein 100-Meter-Lauf ist, dann ist die Gestaltung eines Magazins ein halber Marathon. Beide Projekte stehen im dritten Semester im Fach Typografie auf dem Lehrplan der Kunstschule Wandsbek.

Für den Titel, das Editorial (Vorwort), das Inhaltsverzeichnis und mindestens drei Doppelseiten aus dem Inhalt eines fiktiven Magazins hatten die Studenten etwa sechs Wochen Zeit. Es wurde mit Blindtext gearbeitet, lediglich die Headline sollten die Studenten selber texten. Teilweise wurden die Bilder vor Projektbeginn von den Studenten selbst angefertigt.

In einem Einführungsvortrag erläuterte ich zunächst die Grundlagen der Magazingestaltung. Die einzelnen typografischen Elemente und alle wichtigen Fachtermini wurden benannt, erklärt und beispielhaft an verschiedenen Layouts visualisiert.

Der typografische Nachwuchs hatte eine große Menge an Informationen zu verarbeiten. Und naturgemäß stellten sich viele Fragen. Wählt man zwei oder besser drei Spalten? Lassen diese sich womöglich innerhalb eines Gestaltungsrasters kombinieren? Blocksatz oder Flattersatz? Antiqua im Fließtext und eine Grotesk für die Headlines? Oder doch lieber eine Egyptienne? Aber welche? Wie großzügig will man mit dem Weißraum sein? Strebt man ein kompaktes oder ein eher luftiges Layout an? Wie soll das Text-Bild-Verhältnis proportioniert sein? Müssen Pagina und Rubrikentitel in der Größe des Fließtextes gesetzt werden? Welche Funktion haben eigentlich die Zitate? Wie weit weg dürfen die Bildunterschriften vom Bild stehen? Schließlich: muss man als Student wirklich alle fünf Seiten des Briefings — der Dozent hatte es doch nur gut gemeint — lesen?

»Weniger ist mehr« — in zahlreichen Gesprächen warb ich für diese alte Designer-Weisheit. Auch sollten die Studenten ihre gestalterischen Entscheidungen stets begründen können. Manche trennten sich nur schwer von übergroßen Balken für den Rubrikentitel und Seitenzahlen in 48 Punkt Schriftgröße.

Aber auch in diesem Semester waren wieder einige gute Arbeiten dabei. Sie konnten am Tag der offenen Tür begutachtet werden. Exemplarisch zeige ich hier das Layout von Swantje Roersch.

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Swantje Roersch — Magazingestaltung

[1] Das Editorial präsentiert sich als Zweispalter im linksbündigen Flattersatz mit herausgerückter Überschrift.

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